14. Januar 2018, 18.30 Uhr

Woyzeck

Theater Basel, Schauspielhaus

Foto © Sandra Then

Woyzeck
Schauspiel von Georg Büchner

Georg Büchners zerbrechliches Fragment, eines der bedeutendsten und einflussreichsten Dramen der deutschen Literatur, basiert auf dem Fall des Soldaten und Friseurs Johann Christian Woyzeck, der seine Geliebte erstach und dafür zum Tode verurteilt wurde. Büchner waren die Fakten des historischen Kriminalfalls bekannt, über den juristische, medizinische und psychologische Gutachten verfasst wurden. Er zeigt einen Eifersuchtsmord und seine Vorgeschichte: Woyzeck, «guter Kerl und armer Teufel», finanziell an den untersten Rand der Gesellschaft gedrängt, von seinen Vorgesetzten gedemütigt, von der Wissenschaft zum Studienobjekt gemacht, ist dem radikalen Mangel an Empathie seiner Umwelt ausgeliefert. So wird er schuldig, nachdem seine Ängste, Triebe und Begierden obszön aufbrechen. Doch «Woyzeck» geht weit über den traurigen Einzelfall einer geschundenen Kreatur hinaus. Büchner untersucht am «Subjekt Woyzeck» die immer gültige Frage unserer Abhängigkeit von gesellschaftlichen Bedingungen, die «ausser uns liegen», nach sozialen Verhältnissen, individueller Freiheit und schicksalhafter Determination.

«Woyzeck lebt innerhalb eines gesellschaftlichen Systems, das von Brutalität geprägt ist, der alle unterliegen, ohne davon zu wissen. Diejenigen, die Woyzeck Gewalt antun, sind selbst im allgemeinen Zusammenhang gefangen. Büchners Fähigkeit, die herrschende Verrohung auch als eine der Sprache darzustellen, steht im Mittelpunkt der Inszenierung. Ein vehement donnernder Rhythmus peitscht über die Sprache der Figuren hinweg. Was Woyzeck bleibt, ist blinde Gewalt, erlebte und ausgeübte.» Ulrich Rasche

Der Regisseur Ulrich Rasche, der aufgrund seiner formstrengen Chorprojekte und überwältigenden Bühnenbilder als einer der aussergewöhnlichsten Regisseure seiner Generation gilt und mit seiner Inszenierung von Schillers «Die Räuber» zum Berliner Theatertreffen 2017 eingeladen wurde, arbeitet erstmalig für das Theater Basel, das mit dem Lustspiel «Leonce und Lena» ein weiteres Meisterwerk des Dichters, Mediziners und Revolutionärs Büchner zeigt. 

Ticketpreise:
RIG-Mitglieder (reduziert): CHF 55.00 (statt CHF 60.00)

Anmeldung Theaterbesuch (nur für RIG-Mitglieder)
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